Bericht über meinen Aufenthalt in Oslo (Norwegen)
16.01.2026
Während seines Aufenthalts in Oslo sammelte Malte Müns wertvolle Erfahrungen über das Leben und Arbeiten in Norwegen. Besonders bemerkenswert waren die ausgeprägte Work-Life-Balance, das vertrauensvolle Arbeitsumfeld und die modernen Arbeitsstrukturen.
Zudem erhielt er spannende Einblicke in ein international tätiges Logistikunternehmen mit innovativen Technologien.
Auch kulturell und in seiner Freizeit bot Oslo mit seiner Nähe zur Natur, seiner Architektur und seinem vielfältigen Stadtleben zahlreiche Eindrücke.
Insgesamt war für ihn der Aufenthalt eine bereichernde Erfahrung, die ihm neue Perspektiven auf das Arbeiten im Ausland eröffnete.
R. Lang
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Während meines Aufenthalts in Oslo, der Hauptstadt Norwegens, konnte ich viele spannende Eindrücke vom Leben und Arbeiten in einem skandinavischen Land sammeln. Das Leben in Norwegen unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von dem in Deutschland, zeigt aber auch viele Gemeinsamkeiten.
Unterschiede
In Oslo wirkt der Alltag insgesamt ruhiger und entspannter. Die Menschen sind gelassener und legen großen Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Auch die Arbeitszeiten sind häufig flexibler. Ebenso ist das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern von großem Vertrauen geprägt. Ein klassisches Stempelsystem, wie es in Deutschland verbreitet ist, existiert in den meisten Firmen nicht.
Allerdings ist das Preisniveau deutlich höher als in Deutschland – besonders bei Lebensmitteln, Restaurantbesuchen und Freizeitaktivitäten. So kann ein einfaches Mittagessen, etwa eine Salami-Pizza (ca. 25 €) und ein Bier (ca. 13 €), schnell teuer werden.
Dafür sind die Löhne und die allgemeine Lebensqualität entsprechend angepasst.
Während meines Aufenthalts von Oktober bis November begann bereits die Vorwinterzeit. Die Tage wurden spürbar kürzer: Morgens um 7 Uhr war es auf dem Weg zur Arbeit noch dunkel, und am Nachmittag gegen 16 Uhr war die Sonne bereits wieder untergegangen.
Gemeinsamkeiten
Sowohl in Norwegen als auch in Deutschland werden Zuverlässigkeit und Ordnung großgeschrieben. Die Infrastruktur ist hervorragend, und besonders die Sauberkeit der Straßen ist erwähnenswert.
Auch im Arbeitsalltag gibt es viele Parallelen: Teamarbeit, gegenseitiger Respekt und eine klare Organisation sind in beiden Ländern selbstverständlich.
Arbeiten in Oslo
Während meines Aufenthalts in Oslo arbeitete ich bei einem international tätigen Dienstleister im Bereich Lagerhaltung und Logistik. Das Unternehmen ist modern aufgestellt und setzt auf sehr fortschrittliche Technologien. Besonders beeindruckend waren die automatisierten Staplersysteme sowie moderne Picking-Systeme, die viele Arbeitsprozesse effizienter und strukturierter gestalten.
Während meiner Zeit im Unternehmen konnte ich viel dazulernen. Ich erhielt umfassende Einblicke in die internen Abläufe, die Organisation des Lagers sowie in die eingesetzten Systeme. Dadurch habe ich nicht nur fachliches Wissen im Bereich Logistik erworben, sondern auch ein besseres Verständnis für die Zusammenarbeit in einem internationalen Unternehmen entwickelt.
Ein zentraler Bestandteil des Arbeitsalltags war die stark ausgeprägte Work-Life-Balance. Es gibt kein klassisches Stempelsystem, stattdessen basiert das Arbeiten auf gegenseitigem Vertrauen. Die Arbeitszeiten sind im kaufmännischen Bereich flexibel gestaltet, was zu einer angenehmen und entspannten Arbeitsatmosphäre beiträgt.
Zudem bietet das Unternehmen zahlreiche Benefits für die Mitarbeitenden. Dazu gehören ein kostenloses firmeneigenes Fitnessstudio, kostenlose Getränke sowie eine bezuschusste Kantine. Diese Angebote zeigen, dass dem Unternehmen das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeitenden wichtig sind.
Die Hierarchien im Unternehmen sind flach, und der Umgang miteinander ist durchgehend respektvoll, freundlich und offen. Vorgesetzte und Mitarbeitende begegnen sich auf Augenhöhe, was die Zusammenarbeit erleichtert und zu einem positiven Arbeitsklima beiträgt.
Zu einem guten Arbeitsklima trugen außerdem gemeinsame Aktivitäten bei, wie der sogenannte „Waffelfreitag“, an dem sich alle Mitarbeitenden am Freitagmittag kurz vor dem Wochenende in der Kantine trafen, gemeinsam Waffeln backten, aßen und sich austauschten. Außerdem war es üblich, sich einmal im Monat zu treffen, um gemeinsam Fußball in einem Pub zu schauen.
Weitere Erfahrungen
Mein Aufenthalt in Oslo war eine wertvolle und lehrreiche Zeit. Ich habe nicht nur viel über die norwegische Arbeitsweise und Kultur gelernt, sondern auch über mich selbst.
Oslo hat mich zudem durch seine enge Verbindung zur Natur begeistert – die Stadt liegt eingebettet zwischen Fjorden, Wäldern und Bergen. Diese Nähe zur Natur sowie die Sauberkeit und Sicherheit machen Oslo zu einem ganz besonderen Ort.
Die offene und freundliche Art meiner Kolleginnen und Kollegen hat mir den Einstieg leicht gemacht. Auch sprachlich hatte ich keine Schwierigkeiten, da fast alle Norwegerinnen und Norweger sehr gut Englisch sprechen. Insgesamt war die Zeit in Oslo eine bereichernde Erfahrung, die mir neue Perspektiven auf das Arbeiten und Leben im Ausland eröffnet hat.
Aktivitäten in Oslo
In meiner Freizeit habe ich viele Spaziergänge entlang des Fjords unternommen und dabei die beeindruckende Architektur der Stadt entdeckt. Besonders erwähnenswert sind das Munch-Museum, die Deichman-Bibliothek und das neue Wahrzeichen der Stadt – die Oper. Ihr begehbares Dach bietet eine fantastische Aussicht über Oslo, besonders bei Sonnenuntergang.
Ein weiteres architektonisches Highlight sind die sogenannten „Barcode-Gebäude“: eine Reihe moderner Hochhäuser, deren unterschiedliche Höhen und Breiten aus der Ferne an einen Strichcode erinnern. Dort findet man nicht nur Wohnungen und Büros, sondern auch viele Restaurants, Cafés und eine Street-Food-Area.
Kulinarisch hat Oslo ebenfalls einiges zu bieten. Besonders empfehlenswert sind die Østbanehallen, Oslo Street Food und die Paleet Food Hall – beliebte Treffpunkte, an denen Menschen zusammenkommen, um zu essen, zu trinken und zu feiern.
Das Nachtleben ist lebendig: Rund um den Platz Youngstorget finden sich viele gut besuchte Bars und Clubs. Auch im Viertel Aker Brygge sowie entlang der Karl Johans gate kann man den Abend gemütlich ausklingen lassen. Wer es etwas alternativer mag, sollte das studentisch geprägte Viertel Grünerløkka besuchen – dort gibt es zahlreiche Cafés, Bars und Spazierwege entlang des Akerselva-Flusses, vorbei an Brücken, Wasserfällen und grünen Parks.
Ein weiterer Tipp ist der Vigeland-Park im Stadtteil Frogner, der mit seinen über 200 Skulpturen von Gustav Vigeland beeindruckt – manche davon durchaus provokant.
Auch das Königliche Schloss, die Victoria Terrasse, das Rathaus, die Festung Akershus und das Storting (das norwegische Parlament) sind sehenswerte Ziele, die man bequem an einem Tag erkunden kann.
Wer etwas mehr Zeit hat, sollte unbedingt die Skisprungschanze Holmenkollen besuchen. Der Aufstieg lohnt sich – unterwegs kann man die wunderschöne Natur genießen und von oben einen atemberaubenden Blick auf Oslo erleben.
Sport spielt in Norwegen generell eine große Rolle. Viele Menschen sind aktiv und joggen oder wandern regelmäßig. Auch Fußball ist beliebt – neben dem heimischen Erstligisten Vålerenga unterstützen viele Norweger englische Clubs. Ich selbst habe einige Spiele in der Sports Bar Bohemen geschaut – der einzigen Bar, die regelmäßig Spiele der deutschen Bundesliga überträgt.
Malte Müns